Wollsocken statt 23 °C im Wohnzimmer, Nachtzug statt Flugzeug, Kompost statt Ochsner-Kübel, saisonales Gemüse statt neuseeländischem Hirschpfeffer. Viele von uns machen im Alltag einiges, damit unser CO2-Ausstoss gesenkt wird. Gleichzeitig, im Stillen und Dunklen, wirken unsere Ersparnisse diesem Engagement im Alltag entgegen.

Pensionskassen investieren das Geld, das wir ihnen monatlich anvertrauen, global: Kohlekraftwerke in Indien, Ölpipelines durch Land der Indigenen in den USA, Erdgasprojekte in Russland. Sie finanzierend damit gleich viel Treibhausgasemissionen, wie die Schweiz jährlich an CO2 ausstösst.

Ende Oktober veröffentlichte das Bundesamt für Umwelt BAFU seinen Bericht zum Klimarisikotest, an dem gut achtzig Pensionskassen teilgenommen hatten. Sie liessen ihre Portfolios freiwillig und kostenlos auf Klimafreundlichkeit testen. Die Resultate, welche nur als Zusammenfassung vorliegen, beunruhigen.

Mit ihrer aktuellen Anlagepolitik heizen die Pensionskassen das Klima um bis zu 6 °C auf! Dabei haben wir uns mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet, die Erwärmung auf maximal 2 °C, idealerweise 1,5 °C zu begrenzen. Während wir also im Alltag vieles tun, um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet unser angespartes Geld gegen uns.

Dabei ist vielen grossen Investoren klar, dass der Klimawandel ein grosses Risiko für die Anlagen bedeutet. Mehr Naturkatastrophen zerstören Infrastruktur, Anlagen für Produktion, Immobilien, Geschäfte. Und bedrohen damit viele Investitionen direkt.

Klare Auskünfte zu den Klimarisiken gibt es nur von wenigen Pensionskassen. Eine handvoll wird ihre Versichterten über die Resultate des Klimarisikotests informieren. Doch die Mehrzahl bleibt intransparent. Für uns als Versicherte ist es damit unmöglich, die Auswirkungen unserer zweiten Säule auf das Klima zu kennen.

Bereits jetzt reagieren einige Pensionkassen auf den Druck ihrer Versicherten. Sie rechtfertigen ihre Anlagestrategie, zeigen ihre Nachhaltigkeitsziele auf und am allerwichtigsten: Sie ziehen Investitionen aus fossilen Energien ab.

Deshalb: Jetzt die eigene Pensionskasse zu Transparenz auffordern!

Foto von x1klima auf Flickr