In der ganzen Aufregung um ein neues, offenbar biegbares Telefon gab es auch neues Smartphone: Das Fairphone ist in seiner zweiten Auflage erschienen und wurde seit Mitte Juli ausgeliefert. Aktuell, alle bestellten Fairphones sind nun ausgeliefert und neue Bestellungen werden nun innerhalb von zehn Tagen ausgeliefert. Wer ein Fairphone bestellen will, kann das auf der Webseite tun.

Der Grund, wieso ich mir ein solches Telefon gekauft habe und nicht eines von einem der grossen Hersteller sind die grossen Probleme, welche durch die Produktion von solchem High-Tech-Gerät entstehen. Angefangen in den Minen im Kongo, wo Kinder in die Stollen mussten, über die Verarbeitung und Produktion in China, wo lange Arbeitszeiten, tiefer Lohn und Selbstmorde fast normal sind bis hin zur Entsorgung, die wiederum in Entwicklungsländern stattfindet und dort die Umwelt und Menschen vergiftet.

Diese Probleme geht Fairphone an. Die Minen sind sicher und fair, das Design ist langlebig, die Mitarbeitenden in der Produktion haben gute Bedingungen und die Telefone werden am Ende ihres Lebenszyklus weiterverwendet und sicher rezyckliert.

Ein weiteres Detail, dass mir sehr gefällt: Wer nur ein Telefon bestellt, bekommt nur eine kleine Schachtel mit dem Fairphone drin, sonst nichts. Kein Ladegerät, kein Kabel, ein kleines Handbuch, keine Hülle. Beim Ladegerät kann so sicher viel Elektroschrott gespart werden, denn die passenden Ladegeräte haben wir ja oft schon zu Hause. Wer trotzdem eines braucht, kann natürlich eines bestellen.

Ebenso ist es mit den Hüllen: Diese werden lokal, also sehr nahe am Kunden mit 3D-Druck in der gewünschten Farbe gedruckt und dann lokal verschickt – oder man kann sie abholen und so beim Transport sparen.

Auch sehr gut für die Sicherheit ist, dass man selbst einen Superuser-Zugang (root user unter UNIX) hat und somit auch Apps deinstallieren kann, die sonst fix auf dem Telefon verschraubt wären. Das ist ein echter Sicherheitsvorteil, denn alte Apps sind ein grosses Problem – ebenso ist es nervig, wenn man sein eigenes Telefon nicht unter Kontrolle hat.

Das grösste Plus beim Fairphone ist wohl die Transparenz. Denn hier wird erklärt, was wieviel kostet, wo produziert wird, welche Anstrengungen unternommen werden. Und es ist sicherlich auch ein Wink mit dem Zaunpfahl für die grossen Konzerne wie Apple, Samsung, HTC, etc., dass sie ihre Elektronik grüner machen sollten.

Und teuer ist es auch nicht. Zwar kostet es € 310.-, aber weil darin 21 % niederländische Mehrwertsteuer enthalten sind, kostet es am Schluss noch € 256.20 (+ € 7.- für den Versand), was alles in allem CHF 323.74 entspricht. Es kommt natürlich billiger, wenn man sich zu einem Abo gleich ein neues Telefon holt. Allerdings gibt es mit Abos wie Orange Me und Sunrise Freedom, bei denen keine Handys automatisch mit dabei sind. Diese Abos sind dann aber auch deutlich günstiger!

Ach ja, es hat noch ein paar: Im Moment (bei der Veröffentlichung) sind noch etwas über 11’000 Stück im Shop verfügbar.