Gestern Abend kam es im Echo der Zeit, einige befürchteten es schon am Sonntag: Das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020, zahlreiche WissenschaftlerInnen, die Wissenschaft insgesamt ist eines der ersten Opfer der Initiative Gegen Masseneinwanderung.

Heute eben Horizon 2020. Auf dieses grosse Geldpaket für die Forschung haben in der Schweiz viele sich gefreut. Jetzt wird der Vertrag dazu vorerst nicht unterzeichnet, wie Botschafter der EU in der Schweiz Richard Jones gestern im Echo der Zeit sagte.

Das sind miserable Nachrichten für viele Forschungsgruppen, die wahrscheinlich beim Personal kürzen müssen, befristete Verträge nicht verlängern können und weniger neue DoktorandInnen annehmen können. Das betrifft gerade auch junge Schweizer Talente, von denen die meisten immer noch in der Heimat ihr Doktorat machen.

Und auch für diejenigen jungen Schweizerinnen und Schweizer, die Teile ihres Studiums im Ausland absolvieren möchten, um mehr Erfahrungen zu sammeln, wird es künftig schwieriger. Denn das Programm Erasmus+ wird wohl ohne die Schweiz gestartet. Mit diesem Programm hätten Junge in Bereichen wie Berufsbildung und Sport im Ausland einfacher Anstellungen finden sollen, um nachher mit mehr Wissen zurück in die Schweiz zu kommen. Hätten.

Wie immer bei diesen Dingen gilt auch hier: Wir haben es gewusst, oder hätten es zumindest wissen können. Und nun haben wir den Salat, in der Bundesverfasssung.

Das Problem lösen, können wir wohl nicht wirklich, denn die Kontingente sind jetzt da – und eben nicht kompatibel mit dem freien Markt in der EU, mit den bilateralen Verträgen. Viele haben gedacht, es gehe nur um die Einwanderung, die ja ach so schlimm ist. Tatsächlich ging es immer um die Abschottung. Wir wurden gewarnt, wir wollten es nicht glauben.