Die ganze Diskussion um die Entwicklung des Birsfelder Hafens wurde wieder aufgegriffen. Nachdem zuletzt im Winter darüber diskutiert wurde, war längere Zeit Ruhe. Dafür lag der Fokus auf dem Zentrum. Die Gemeinde startete ein Mitwirkungsverfahren, die SP Birsfelden reichte einen Antrag ein.

Nachdem die SP Birsfelden ja anfangs Juni eine Veranstaltung mit Benedikt Weibel dazu gemacht hatte, haben andere den Ball wieder aufgenommen. An diesem Abend wurde vor allem eines klar: Der Hafen will Hafen bleiben. Und noch wachsen, wenn auch weniger beim Güterumschlag mit Schiffen, sondern als Industriegebiet.

Demgegenüber ist der Entwurf, welcher von Christoph Meury in der Basellandschaftlichen Zeitung skizziert wurde, ein ziemlich anderer. Zwar will er den Hafen auch nicht aufheben, aber in einigen Bereichen neue Nutzungen ansiedeln. Tatsächlich verlagert sich die Nutzung des Hafens von einem Umschlagplatz für Güter zu einem Industrie- und Gewerbegebiet. Und dafür bräuchte es ja den Hafen an sich nicht.

Was wir gelernt haben ist, dass für eine Entwicklung des Hafens die Hafen AG keine Schritte von sich aus unternimmt. Wir haben gelernt, dass die Gemeinde selbst aktiv werden muss. Was sie aber nicht gemacht hat. Es gibt zwar zahlreiche Interpellationen im Landrat, geschehen ist aber kaum etwas. Denn der Kanton und die ihm (teilweise) gehördenden Rheinhäfen (Port of Switzerland) wollen weiter die Flächen als Hafen nutzen – und die Rheinhäfen basteln derweil an ihrer eigenen Hafenentwicklung.

Wieso auch nicht? Schliesslich ist der Hafen perfekt gelegen. Und wenn wir uns anschauen, welche Probleme es bei der Sanierung/Neubau der St. Jakobs-Halle gibt, wäre vielleicht Birsfelden ein besserer Standort dafür. Hier hat es Platz, grosse Grundstücke, einen nahen Autobahnanschluss und sogar Shuttlezüge wären denkbar. Letztendlich ist es eine längere Sache, keineswegs ist jetzt schon gesagt, dass diese neuen Nutzungen sinnvoll sind. Zunächst braucht es Vorschläge, dann Studien zur Machbarkeit und Sinnhaftigkeit, danach eine Reihe von politischen Entscheiden.

Wenn wir jetzt Ideen Entwickeln, wie wir, als Birsfelderinnen und Birsfelder, den Hafen künftig nutzen wollen, eröffnet das eine grosse Chance: Wir können wieder über den Hafen bestimmen. Der grösste zusammenhängende Teil des Gemeindegebiets von Birsfelden ist der Hafen. Wenn wir hier auch nur in Teilen mitreden können, profitiert die ganze Gemeinde. Und das beste Rheinufer würde nicht mehr verschenkt.

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