Die Gemeinde Birsfelden macht weiterhin wunderbare Personalpolitik. So sucht sie aktuell eineN SachbearbeiterIn fürs Sekretariat des Gemeinderats und Gemeindeverwalters für 60 % und ab 15. Februar 2013.

Soweit, so gut. Doch nun kommt das Seltsame und deshalb hat mich jemand auf dieses Inserat aufmerksam gemacht. Nur eine gute Ausbildung, die geforderte Protokollerfahrung und gute Deutschkenntnisse und absolute Verfügbarkeit, wenn Vorgesetzte Ferien machen reichen bei weitem nicht. Die Bewerberinnen müssen ein „Mindestalter ab 35 Jahren“ haben. Und es müssen Nichtraucher sein.

Auf Birsfälde blog(g)t anderscht! wurde auch berichtet, dass die Ausschreibung nicht stilvoll sei.

Stellenausschreibung: SachbearbeiterIn 60 %

Stellenausschreibung: SachbearbeiterIn 60 %

Es scheint, hier sollten zwei mögliche Bewerbergruppen ausgeschlossen werden: Erstens natürlich Raucherinnen und Raucher, zweitens Mütter, oder solche, die es noch werden möchten – subtil mit dem Mindestalter.

Erstaunlich ist: Nirgends steht etwas von Berufserfahrung, was es zumindest teilweise legitimieren würde, ein Mindestalter anzugeben. So stinkt es gewaltig nach Ausschluss von Müttern (in spe). In einem Vorstellungsgespräch sind solche heiklen Fragen nämlich nicht erlaubt. Deshalb will man vermutlich gleich vorzeitig die Falschen loswerden.

Weil es mich interessiert hat, habe ich kurz bei der Verwaltung nachgefragt: Man wünsche keine Nichtraucher, weil die Platzverhältnisse sehr beengt seien. Auf die Frage, wieso es das Mindestalter gebe, kam leider keine konkrete Antwort. Doch diese beiden Bedingungen seien Wünsche, keine Auschlusskriterien. Schön zu hören, doch die Formulierung auf dem Inserat stimmt mit dem leider nicht ganz überein. Dort steht:

Wenn Sie die gewünschten Anforderungen erfüllen, Nichtraucher/in sind, Mindestalter ab 35 Jahren, dann freuen wir uns auf Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen.

Immerhin, das nächste Mal würden sie es anders machen, so wurde ich informiert, es sei nicht ganz optimal. Darauf hoffe ich, denn Leute auf Grund ihres Alters oder des Rauchens auszuschliessen und nicht wegen Qualifizierungen auszuwählen, erscheint ein wenig seltsam. Auch dürfte es legal wohl nicht ganz sauber sein…

Liebe Gemeinde Birsfelden, es ist ein wenig peinlich. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben und vielleicht ist die nächste Stellenausschreibung dann besser. Und zu allen, die es sich überlegt haben, eine Bewerbung einzuschicken, kann ich nur sagen: Bewerbt euch.

Foto von cszar auf Flickr