Es ist ein ziemlich komisches Spiel, das die Bürgerlichen im Baselbiet aktuell spielen. Auf jeden Fall scheint es mir nicht ganz logisch. Denn statt den rechtsbürgerlichen Kandidaten bekannter zu machen, seine Vorzüge zu präsentieren eine inhaltliche Diskussion zu führen, wird jetzt einfach auf den Kandidaten der SP geschossen.

Zuerst haben sie einfach die Segel gestrichen, damit sie sich mutlos und ohne zu wissen wen sie unterstützen, hinter den SVP-Kandidaten Thomas Weber stellen konnten.

Doch jetzt hat der Wahlkampf begonnen, was also tun wenn der eigene Kandidat ziemlich unbekannt ist und im Moment wohl eine eher kleine Siegeschance hat? Genau, Angriff! Oder…?

Eric Nussbaumer

Eric Nussbaumer in den Baselbieter Regierungsrat

Bizarr sind dann auch einige Aussagen, in der Basler Zeitung aber auch auf Blogs von Bürgerlichen. Obstruktionspolitik soll die angeblich unausweichliche Wahl von Eric Nussbaumer nachträglich sinnlos machen. So sollen im Landrat die (finanzielle) Situation des Baselbiets bewusst nicht verbessert werden, damit man dann im 2015 einen bürgerlichen Wandel zum Besseren verkaufen kann.

Ob diese Strategie erfolgreich sein kann, wissen wir erst am 3. März, wer vorher schon Prognosen macht, betreibt Kaffeesatzleserei. Denn schliesslich gibt es keine Umfragen die Hypothesen erlauben würden, bisher ist alles Spekulation. Doch der Erfolg der Strategie der Bürgerlichen scheint mir fraglich, denn der bedingungslose Rückzug der FDP dürfte einigen nicht gefallen und auch die CVP hat sich deutlich zu schnell der SVP an die Brust geworfen. Ob da alle Wählerinnen und Wähler der beiden ersteren Parteien mitmachen, ist nicht eindeutig klar.

Wieso deshalb schon jetzt auf Angriff und negative Kampagnen gesetzt wird, verstehe ich nicht. Dabei könnte man jetzt die Zeit (es geht noch sieben Wochen bis zur Wahl) nutzen, um Thomas Weber bekannter zu machen. Denn das ist er noch nicht.

Noch geht der Wahlkampf einige Wochen, vielleicht erwarten uns noch ein paar Überraschungen.

Foto von martinak15 auf Flickr