Nicht nur in Frankreich wurde gewählt, auch Griechenland hat ein neues Parlament. Leider klappt es aber dort mit dem Bilden einer Regierung so gut wie gar nicht. Neuwahlen sind vermutlich nötig.

Wer sich übrigens die Wahlresultate aus Griechenland anschauen möchte, dem empfehle ich die Grafiken bei igraphics.gr, von wo auch das Bild unten ist.

Wahlresultate aus Griechenland

Wahlresultate aus Griechenland

Offenbar hat das Schweizer Fernsehen einige Probleme mit der korrekten Wiedergabe der Ereignisse in Griechenland, wie der Infosperber berichtete. Auch die faschistische Partei, welche knapp sieben Prozent der Stimmen bekam, wurde fast nur in einem Nebensatz erwähnt. Aber klar, Frankreich war spannender. Schliesslich war das Resultat da schon länger (fast) klar und einigermassen eindeutig. Damit konnte man auch eher darüber spekulieren.

Vermutlich hat aber die Wahl in Griechenland grössere Auswirkungen auf die EU, Europa und die Welt, denn schliesslich hängt im Moment alles ein wenig in der Luft. Nachdem die Banken 2008 abgestürzt sind und gerettet werden mussten, sind jetzt – nicht zuletzt wegen der ganzen Finanzkrise – tiefer in den Schulden. Die Banken nützten das aus und nun müssen die Menschen in Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal bluten.

Wie es weitergeht, kann aktuell wohl niemand genau vorhersagen. Es scheint, als würden die Griechinnen und Griechen auch langsam meinen, ein Ausstieg aus dem Euro wäre nicht nur machbar, sondern die beste Lösung. Aber das wäre sehr heikel. Vielleicht wäre jetzt auch endlich einmal die Zeit, die EU von der fast reinen Wirtschaftsunion, die sie in den letzten Jahren geworden ist, wieder zu einem sozialen Projekt zu machen. Wirtschaft und Handel werden und müssen sicherlich weiterhin einen wichtigen Teil darstellen, aber sie dürfen nicht den Zusammenhalt in Europa gefährden und Zerstören.

Einen möglichen Weg skizziert Werner van Gent im Tagesgespräch zu Griechenland. Er befürchtet im schlimmsten Fall, also beim Bankrott, Tumulte, Unruhen und bürgerkriegsähnliche Zustände. Es muss also gehandelt und vielleicht das Diktat der Wirtschaft in Frage gestellt werden.

Foto von dkilim auf Flickr