Am 17. Juni stimmen wir auch ĂŒber die so genannte Managed-Care-Vorlage ab. Dies darum, weil die SP und Gewerkschaften ziemlich rasch die nötigen Unterschriften fĂŒr ein Referendum gesammelt haben. Knapp 133’000 Unterschriften kamen zusammen – nötig wĂ€ren 50’000.

Die SP Schweiz hat Argumentarien ein paar Links zusammengestellt.

Nein zur Managed-Care-Vorlage
Nein zur Managed-Care-Vorlage

Was an der Vorlage vor allem stört, ist der massive Abbau bei den Patienten. Wenn eine Ärztin eine wirksame, aber eben teurere Therapie verschreibt, wird sie spĂ€ter bestraft. Nicht was medizinisch richtig und sinnvoll ist, sondern was nicht zu viel kostet, wird gemacht. Und auch wenn die BĂŒrgerlichen das GefĂŒhl haben, Gesundheit brauche Wettbewerb und einen Markt, so kann es ja trotzdem nicht sein, dass Patienten nicht richtig behandelt werden, weil das Ärztenetz das Budget schon ĂŒberschritten hat.

Nun sagt die SP auch Nein zur Managed-Care-Vorlage, hier kurz zusammengefasst, wieso das Referendumskomitee ĂŒberhaupt erst das Referendum ergriffen hat:

  • Falsche Anreize werden gemacht.: Die Ärztenetze mĂŒssen sich an Budgetziele halten. Das fĂŒhrt dazu, dass „gute Risiken“ gesucht werden und Behandlungen nach Kosten statt nach Sinn verordnet werden. Nur noch billige Therapien wĂŒrden verschrieben.
  • Medizinische Behandlungen werden teurer. Neu mĂŒssten bis CHF 1’000.- im Jahr selbst bezahlt werden und dazu kommt noch die Franchise von mindestens CHF 300.-.
  • Ans Ärztenetz ist man gebunden. Wer mit seinem Ärztenetz nicht zufrieden ist, kann es bis zu drei Jahre nicht verlassen, ausser man bezahlt die hohe AustrittsprĂ€mie.
  • Die Kassen diktieren. Die Kassen bestimmen, mit welchen Ärztenetzen sie einen Vertrag abschliessen und was darin steht. Wenn ein Ärztenetz zwar gut arbeitet, aber etwas zu teuer ist, wird es ausgeschlossen oder bekommt nirgends einen Vertrag.
  • Nur noch Reiche können frei wĂ€hlen. Wer es sich nicht leisten kann, hat keine freie Arzt- und Spitalwahl mehr. Zwar mag das nicht allzu dramatisch tönen, aber die Verpflichtung zu einem von der Krankenkasse bestimmten Arzt zu gehen, hĂ€tte wohl negative Auswirkungen.

Und zum Schluss noch: Liebe GrĂŒne, wieso Stimmfreigabe? Keine Meinung oder Gedanken an eine Fusion mit den RechtsgrĂŒnen?

Foto von capturedbychelsea auf Flickr