Carré Rouge

Carré Rouge

In Québec protestieren die Studierenden und das zu zehntausenden, seit Wochen. Jeden Tag gibt es eine Demo, ganz nach dem Motto „Une manif par soir, jusqu’à la victoire“ (Eine Demo jeden Abend, bis zum Sieg.). Der Grund für die Proteste ist der Plan der Regierung, die Studiengebühren dramatisch zu erhöhen: Für die nächsten sieben Jahre soll es jedes Jahr 230 Franken mehr kosten, zu studieren!

Als Zeichen der Solidarität mit den Studierenden in Québec und ihren Anliegen, gibt es das Carré Rouge, ein rotes Quadrat, das die Protestierenden tragen. Ein Zeichen dafür, dass die Bildung für alle zugänglich bleiben muss.

Dieses knapp zehnminütige Video gibt einen Einblick in die Hintergründe des Protests in Québec und erklärt, wieso die Studierenden täglich auf die Strasse gehen:

Auch in der Schweiz gibt es Proteste gegen die Erhöhung der Studiengebühren, z. B. in St. Gallen, wo die Gebühren extrem hoch werden sollen.

Dabei wäre es gar nicht nötig, denn die Studiengebühren machen beispielsweise an der Uni Basel nur gerade 3.3 % des gesamten Budgets aus, wie ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben habe. Viel sinnvoller wäre es, keine Steuergeschenke denen zu verteilen, die es überhaupt nicht brauchen, sondern die Bildung mit den notwendigen Ressourcen auszustatten – so wie es eben richtig ist, wenn man dem vielgelobten Rohstoff Bildung Sorge tragen will.

Dass es hier bald ähnliche Demos gibt, wie in Montréal, schliesse ich nicht aus, sind doch die Studierenden unter immer stärkerem finanziellem Druck. So gab es bereits letzten Herbst in London grosse Demonstrationen, als die Studierenden gegen die geplanten Gebührenerhöhungen an den britischen Universitäten protestierten.

In Québec gibt es jetzt spezielle Gesetze, welche die Proteste unterbinden sollen, aber die Studierenden wehren sich. Die Proteste wurden daraufhin intensiviert. Aktuell schlägt die Polizei ziemlich heftig zurück, wenn protestiert wird. Vierhundert Demonstranten wurden festgenommen, doch das wird bei insgesamt 250 000 Protestierenden die Bewegung wohl kaum stoppen.

Foto von Robin Dumont auf Flickr