Am Freitag berichtete die BaZ darüber, dass Birsfelden seine Künstler loswerden wolle. Offenbar, so der Artikel, kündigte der Gemeinderat den Künstlern, die seit Jahrzehnten in diesem Gebäude arbeiten. Seit 1978, also 34 Jahren sind die Künstler in dem Gebäude untergebracht – kantonal eine damals einmalige Sache. Zum Glück war die Kündigung, statt an die Künstlergenossenschaft, nur an einen Künstler adressiert. Sie ist also nicht gültig. Das ist erfreulich, denn jetzt müssen die Künstler ihr Quartier an der Hardstrasse nicht so schnell räumen. Hoffentlich lässt sich die Sache noch genügend verzögern, so dass ab Sommer die Neuen sich der Sache annehmen, schliesslich meint die Gemeinderätin in spe:

«Es ist eine Schweinerei, dass die Künstler grundlos rausgeworfen werden!»
— Regula Meschberger, SP Birsfelden

Doch noch gibt es keine Pläne für die weitere Nutzung, denn die Ergebnisse der Klausur zur Immobilienstrategie von Anfang Jahr sind ja immer noch nicht bekannt. Es ist also nicht klar, was geplant wurde, was die Idee für die Entwicklung des Birsfelder Zentrums ist. Wann gibt es dazu endlich mehr Infos? Bis wir aber mehr wissen, wäre ich dafür, einen kompletten Investitionsstopp bei den Immobilien zu verhängen. Keine Umbauten mehr, bis wir endlich wissen, was alles geplant wurde.

Nachdem bereits das Roxy im Rahmen der Sparbestimmungen kräftig unter die Räder kam, wird also nun die zweite, allerdings öffentlich nicht so bekannte, Institution angegriffen – in diesem Fall geschlossen. Es wäre also schön, wenn die Gemeinde endlich ihre Künstlerinnen und Künstler sowie Kultureinrichtungen wieder so unterstützt, wie die das verdient haben. Beispielsweise mit dem von Christoph Meury seit langem angeregten Kulturkonzept, aber davon ist weit und breit noch nichts zu sehen. Vielleicht ab diesem Sommer.

Foto von The Wandering Brit auf Flickr