Seit letztem Sonntag wissen wir, dass Doris Leuthard auf Gaskraftwerke setzt, damit die Energiewende Tatsache werden kann. Doch was genau geplant ist, ob nun vier oder sieben Gaskraftwerke hersollen, das alles ist sehr vage, obwohl es heute ein paar neue Details gab. Der Bundesrat hat letzten Mittwoch ein erstes Massnahmenpaket präsentiert, doch damit werden nicht alle Ziele erreicht. Es braucht also noch mehr. Das Echo der Zeit meint auch, der Bundesrat bleibe auf halbem Wege stehen.

Doch immerhin gibt es nun eine Grundlage für Diskussionen: So können Umweltverbände mehr Effizienz statt Gas fordern oder Politiker ihre Meinung äussern. Es wird also darüber gesprochen, nachgedacht und damit das Thema vorangebracht.

Auf den ersten Blick produzieren Gaskraftwerke viel CO2 und bringen uns keinen Schritt näher an die dezentrale Energieversorgung, ein intelligentes Netz und mehr erneuerbare Energien. Schaut man sich die Sache aber näher an, so könnte mit Gaskraftwerken ein radikaler Netzumbau begonnen werden, sie könnten also das Klima schützen. Auf jeden Fall muss man hier aber sehr vorsichtig sein, denn die Vergangenheit zeigt, dass diese guten Aussichten oft in der Umsetzung stark angepasst werden müssen – und in der Regel nicht zum Besseren. Wenn wir uns mit dem Bau von Gaskraftwerken nur wieder vom Ausland abhängig machen oder uns einfach ausruhen, statt die erneuerbaren Energien zu fördern, dann bringen uns Gaskraftwerke nichts.

Was jetzt passiert, haben wir schon ein paar Male gesehen: Es wird von den hohen Kosten des Ausstiegs berichtet, die Klimaskeptiker bekommen wieder Aufwind und der Sinn und Zweck des Atom-Ausstiegs wird wieder in Frage gestellt. Nun gilt es aber, das durchzuziehen, was beschlossen wurde, was eine Mehrheit will und vor allem was das Richtige ist. Denn ist es ja klar: Einen Unfall in der Schweiz, ja überhaupt im dicht besiedelten Europa können wir uns einfach nicht leisten. Noch viel weniger als die dreissig Milliarden für den Ausstieg oder Gaskraftwerke.

Foto von Hannes Holt auf menschenstrom.ch